21. Februar 2026 / Aus aller Welt

Autofahrer aufgepasst: Kröten begeben sich auf Liebestour

Überall in Deutschland sind Amphibien in den kommenden Tagen und Wochen auf Liebestour. Warum manche Männchen sich dabei von den Weibchen kutschieren lassen.

Manchmal auch per Taxi unterwegs: Kröten auf Wanderschaft.
Veröffentlicht am 21. Februar 2026 um 04:00 Uhr

Mit Temperaturen bis zu zwölf Grad wird es am Wochenende fast frühlingshaft warm – das gefällt nicht nur Menschen, sondern auch Kröten. In den kommenden Tagen und Wochen erwachen die Tiere aus ihrer Winterstarre und machen sich auf Wanderschaft, wie der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland informiert. 

Autofahrer seien daher ab sofort um besondere Vorsicht gebeten. Um zu ihren Laichgewässern zu kommen, müssten die Tiere auch Straßen queren, die ihren Lebensraum zerschneiden. Jedes Jahr würden dadurch tausende Amphibien getötet, erklärt Sascha Schleich vom Nabu.

Wie sollten Autofahrer sich verhalten?

An entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken sollten höchstens 30 Stundenkilometer gefahren werden, empfiehlt der Nabu. Den Angaben zufolge kann das viele Krötenleben retten, denn die Tiere sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch, wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. Die inneren Organe könnten durch den hohen Luftdruck platzen. An manchen Orten stellen Naturschützer Fangzäune auf und tragen die Kröten über die Straße.

Was ist entscheidend für den Beginn der Wanderung?

«Steigt die Temperatur nachts mehrere Tage in Folge über fünf Grad, beginnt die Wanderung», erklärt Schleich. Nicht nur Kröten, auch andere Amphibien, wie Molche und Lurche sind dann unterwegs. «Sollten die Temperaturen wieder fallen, könnte die Hauptwanderung noch etwas dauern und regional sehr unterschiedlich einsetzen.»

Kröten-Taxi für die männlichen Tiere 

Die Tiere wandern zu den Gewässern, um sich fortzupflanzen. Manchmal funkt es aber auch schon auf dem Weg dorthin, wie der Nabu erklärt. Bei Erdkröten reist das Männchen dann bequem auf dem Rücken des Weibchens mit und lässt sich huckepack zum Laichgewässer tragen. «Es sammelt seine Kräfte, denn der Zeugungsakt kann mehrere Stunden dauern.» 

Das Weibchen legt bis zu 6.000 Eier ab, die dann vom Männchen besamt werden. Bis zu fünf Meter lang kann die Laichschnur laut Nabu werden. «Ist das erledigt, endet die amphibische Liebesromanze und das Krötenpaar geht wieder getrennte Wege.»


Bildnachweis: © Pia Bayer/dpa
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