5. Juni 2026 / Aus aller Welt

Bär in Japan gelingt nach Angriff spektakuläre Flucht

In Japan nehmen Bärenangriffe zu. Im Nordosten des Inselreiches gelang einem als besonders intelligent beschriebenen Schwarzbären nun eine filmreife Flucht.

In Japan kommt es seit Jahren vermehrt zu gefährlichen Begegnungen zwischen Bären und Menschen. So wie hier in der Präfektur Iwate. In Fukushima hat nun ein Schwarzbär mehrere Menschen a...
Veröffentlicht am 5. Juni 2026 um 09:32 Uhr

In Japan ist einem besonders cleveren Bären nach einem Angriff auf vier Menschen eine filmreife Flucht vor seinen Häschern gelungen. Wie japanische Medien berichteten, hatte sich das Tier nach dem Vorfall in einer Fabrik in Fukushima verschanzt. Jäger und Einsatzkräfte versuchten ihn mehr als 24 Stunden lang mit Fallen und Betäubungsgewehren zu stellen. Doch vergeblich. Zwischenzeitlich wurde der Bär dabei beobachtet, wie er einen Wasserhahn bediente und daraus trank. Schließlich öffnete er nachts ein Fenster und entkam.

Dass ihm dies gelungen sei, zeige die besondere Intelligenz des Bären, hieß es in den Berichten weiter. Selbst ein auf ihn abgeschossener Betäubungspfeil verfehlte seine Wirkung. Einsatzkräfte fanden den Pfeil später wieder, das Betäubungsmittel befand sich demnach noch darin. Ob das Gerät versagte oder der Bär den Pfeil rasch abgestreift hatte, blieb unklar.

Bärenangriffe häufen sich

Nach seiner erfolgreichen Flucht durchs Fenster blies die Stadt die Jagd auf dem Fabrikgelände ab. Fukushimas Bürgermeister Yuki Baba rief die Bevölkerung jedoch zu Wachsamkeit auf.

Laut dem Umweltministerium wurden 2025 landesweit 13 Menschen durch Bären getötet - ein Rekordwert. Dass es seit Jahren vermehrt zu gefährlichen Begegnungen zwischen Bären und Menschen kommt, wird unter anderem mit der Aufgabe von Ackerflächen und der Entvölkerung ländlicher Gebiete im Zuge der Überalterung und des Bevölkerungsrückgangs begründet. Als weiterer Grund gilt, dass die Tiere nicht genug Nahrung in den Bergwäldern finden.

Nach Regierungsangaben leben derzeit schätzungsweise mehr als 19.000 Schwarzbären in der Region Tohoku, zu der auch Fukushima gehört.


Bildnachweis: © Uncredited/kyodo/dpa
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