21. Februar 2026 / Aus aller Welt

Brasilianische Indigene besetzen Hafen von US-Agrarkonzern

Nach einem Gerichtsbeschluss zur Aufhebung einer wochenlangen Blockade treffen Ureinwohner eine drastischere Entscheidung. Sie besetzen den Flusshafen eines US-Unternehmens im Amazonasgebiet.

Seit einem Monat protestieren Ureinwohner gegen die Ausbaggerung der Amazonas-Flüsse.
Veröffentlicht am 21. Februar 2026 um 18:15 Uhr

Bei Protesten gegen die Ausbaggerung von Flüssen im Amazonasgebiet haben brasilianische Ureinwohner den Flusshafen des US-Agrarunternehmens Cargill im Norden des Landes besetzt. Der Betrieb bei Santarém im Bundesstaat Pará sei komplett unterbrochen worden, teilte das Unternehmen mit. Die Mitarbeiter seien aus dem Gelände evakuiert worden.

«Wir sind hier, weil wir unser Recht auf Existenz verteidigen», hieß es nach der Besetzung in einer Mitteilung der Organisation Conselho Indígena Tapajós e Arapiuns (Cita), die 14 indigene Bevölkerungsgruppen vertritt. Die Ureinwohner prangern die «Privatisierung» der Amazonas-Flüsse an, denn dadurch würden ihre Lebensgrundlagen bedroht. Die Flüsse sind für die Konzerne strategisch wichtig, um Getreide und Rohstoffe zu exportieren.

Cargill sprach von einer gewalttätigen Aktion, nachdem ein Gerichtsbeschluss die Aufhebung der Blockade angeordnet hatte. Zudem hätten Demonstranten die Fassade des Hauptsitzes von Cargill in der Stadt São Paulo stark beschädigt.

Seit einem Monat gibt es Proteste am Terminal

Ureinwohner blockierten bereits seit einem Monat die Zufahrt für Fahrzeuge zum Getreide-Terminal. Ein Bundesgericht ordnete den brasilianischen Behörden am Mittwoch an, innerhalb von 48 Stunden die Blockade zu entfernen. Die Besetzung des Terminals erfolgte am frühen Samstagmorgen Ortszeit. 

Zu den Hauptforderungen der indigenen Organisationen zählt die Aufhebung eines im August verabschiedeten Dekrets der brasilianischen Regierung, das private Konzessionen und Infrastrukturprojekte in drei Amazonas-Wasserstraßen ermöglichen würde.


Bildnachweis: © Allison Sales/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Frühjahrsdult Landshut 2026
Aktuell

Die Landshuter Dult zählt zu den bekanntesten Volksfesten in Bayern und begeistert jedes Jahr tausende Besucher.

weiterlesen...
Zwei Maßkrüge gegen Mitternacht aus Festzelt geklaut
Uncategorised

Landshut - pol (18.04.2026) Am Freitag, 18. April, konnte gegen 0:40 Uhr konnte in der Wittstraße ein 22-jähriger...

weiterlesen...
Erneuerbare Energie verteidigen. Aufruf: Demo in München
Umwelt und Klima

München - pm (13.04.20269 In mehreren deutschen Großstädten - so auch in München - finden am Samstag, 18. April,...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Hantavirus-Ausbruch: Schiffsreisende auf Teneriffa erwartet
Aus aller Welt

Nach 40 Tagen an Bord ihres Kreuzfahrtschiffs sollen die Passagiere der «Hondius» Teneriffa erreichen. Sie erwarten strenge Quarantänemaßnahmen und versiegelte Fahrzeuge. Koffer müssen zurückbleiben.

weiterlesen...
TG Mipa LA siegt im letzten Saisonspiel grandios 40:20
Sport

Landshut - hs (09.05.2026) Die TG Mipa Landshut konnte heute, Samstag um 20 Uhr im Sportzentrum West das letzte...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Hantavirus-Ausbruch: Schiffsreisende auf Teneriffa erwartet
Aus aller Welt

Nach 40 Tagen an Bord ihres Kreuzfahrtschiffs sollen die Passagiere der «Hondius» Teneriffa erreichen. Sie erwarten strenge Quarantänemaßnahmen und versiegelte Fahrzeuge. Koffer müssen zurückbleiben.

weiterlesen...
600 Kilometer in 96 Stunden - Läufer Saatçi verfehlt Ziel
Aus aller Welt

Ein 28-jähriger Berliner rennt für mehrere Tage durch die kalifornische Hitze. Immer dabei: Seine Fans im Netz. Sein Ziel: 600 Kilometer in 96 Stunden zurücklegen. Am Ende fehlen ihm einige.

weiterlesen...