24. Juni 2026 / Aus aller Welt

Ebola-Fall in Frankreich: WHO-Chef warnt vor Panik

Trotz eines Ebola-Falls in Frankreich bleibt das weltweite Risiko laut WHO niedrig. Die Lage im Kongo bereitet der UN-Organisation hingegen Sorgen. Nächste Woche sollen Medikamententests beginnen.

Dem WHO-Chef bereitet die Lage im Kongo größere Sorgen als der einzelne Patient in Frankreich.
Veröffentlicht am 24. Juni 2026 um 17:15 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft ihre Risikoeinschätzung für Ebola trotz eines ersten Krankheitsfalls in Frankreich nicht hoch. «Das Risiko für den Rest der Welt bleibt dennoch niedrig», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

«Es besteht kein Grund zur Panik», sagte er in einer Pressekonferenz. Seit dem ersten bekannten Ebola-Ausbruch vor 50 Jahren seien Zehntausende Fälle in Afrika aufgetreten, aber weniger als 30 Fälle im Rest der Welt, sagte Tedros.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Paris ist in Frankreich eine erste Erkrankung im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen worden. Es handelt sich demnach um einen Arzt, der humanitäre Hilfe in dem Land geleistet habe.

Bislang fast 80 Infektionen unter medizinischem Personal

«Dieser Fall verdeutlicht die Risiken, denen die Helfer an vorderster Front ausgesetzt sind», sagte Tedros. Bislang seien fast 80 medizinische Helfer infiziert worden. Dem Arzt gehe es den Umständen entsprechend gut, er habe Fieber und leichte Symptome, hieß es von der WHO. 

Tedros lobte den raschen Ausbau von Behandlungskapazitäten und Ebola-Tests im Kongo, aber er zählte auch eine Reihe von Problemen auf. «Der Ausbruch geht weiterhin schneller voran als die Gegenmaßnahmen», sagte er. Die Nachverfolgung von Infektionsketten sei noch nicht ausreichend, die Sicherstellung von hygienischen Bestattungen der Toten bleibe eine Herausforderung, und es mangle an Geld zum Kampf gegen die Krankheit. Dazu komme die instabile Sicherheitslage im Krankheitsgebiet. Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai ist die Zahl der bestätigten Fälle im Kongo laut der WHO auf mehr als 1.000 gestiegen, mehr als 270 Menschen sind gestorben. 

Medikamententests im Kongo stehen bevor

Ab nächster Woche sollen im Kongo zwei mögliche Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen durch den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo getestet werden, wie die WHO mitteilte. Dabei handelt es sich um das experimentelle Ebola-Präparat MBP134 sowie das antivirale Medikament Remdesivir. Rund 1.000 positiv getestete Patienten sollen an den Tests teilnehmen. Für Bundibugyo gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.


Bildnachweis: © Moses Sawasawa/AP/dpa
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