1. Juli 2026 / Aus aller Welt

Ebola-Zentrum im Kongo von Anwohnern niedergebrannt

Rund 400 Menschen sind mittlerweile bei dem Ausbruch in Zentralafrika gestorben. Den Medizinern stellt sich oftmals nicht nur das Virus entgegen.

Helfer werden immer wieder angegriffen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 1. Juli 2026 um 19:31 Uhr

Wütende Anwohner haben im Ostkongo ein Ebola-Behandlungszentrum in Brand gesetzt. Bei den Ausschreitungen wurde ein Polizist getötet, zwei weitere Personen wurden verletzt. Mehrere Ebola-Patienten und Menschen, die mit Symptomen unter Verdacht einer Infektion mit dem lebensbedrohlichen Virus standen, seien aus dem Behandlungszentrum im Dorf Bafwabango in der Provinz Ituri geflohen, sagte der leitende Arzt des zuständigen Gesundheitsbezirks, Joseph Pemamakuwe, der dpa. 

Eine Gruppe junger Menschen habe die sichere Bestattung eines mutmaßlichen Ebola-Opfers verhindern wollen, obwohl die Familie bereits ihre Zustimmung gegeben habe, sagte der Mediziner. «Alles wurde niedergebrannt. Der Betrieb wurde noch nicht wieder aufgenommen, da das Personal weiterhin um seine Sicherheit fürchtet», fügte er hinzu. 

Rund 400 Ebola-Tote nachgewiesen 

Das Ebolavirus breitet sich weiterhin im Osten der Demokratischen Republik Kongo aus, während das Misstrauen der Bevölkerung die Hilfsmaßnahmen behindert. Immer wieder greifen Menschen aus Furcht oder Aberglaube Helfer an. Traditionelle Bestattungen sind ein großes Ansteckungsrisiko. 

Bei dem Ausbruch sind seit April jüngsten Behördenangaben zufolge mindestens 399 Menschen gestorben. 1.333 Fälle wurden im Labor bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation geht von einer hohen Dunkelziffer aus, da der Ausbruch wochenlang unerkannt blieb. Im benachbarten Uganda wurden 20 Fälle nachgewiesen. 

Rebellen verbieten gemeinsames Fußballschauen 

Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo. Die Behörden kündigten dort am Montag neue Maßnahmen an, darunter die Begrenzung öffentlicher Versammlungen auf weniger als 50 Personen in geschlossenen Räumen. In der von Rebellen kontrollierten benachbarten Provinz Nord-Kivu verboten die De-Facto-Behörden alle Versammlungen zum gemeinsamen Schauen der Fußballspiele der kongolesischen Nationalelf bei der WM. 

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.


Bildnachweis: © -/XinHua/dpa
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