27. Februar 2026 / Aus aller Welt

Erinnerung an Laura Dahlmeier - Garmisch benennt Park um

Ein Park als stille Erinnerung: Wie Garmisch-Partenkirchen Laura Dahlmeier ehrt – und warum kein Stadion ihren Namen trägt.

Im Partenkirchener Kurpark erinnert ein Gedenkort an die Ex-Biathletin.
Veröffentlicht am 27. Februar 2026 um 22:29 Uhr

Mehr als ein halbes Jahr nach dem Bergtod von Laura Dahlmeier hat ihr Heimatort Garmisch-Partenkirchen in einer feierlichen Veranstaltung den Kurpark Partenkirchen nach der Ex-Biathletin benannt. Der Park sei stets eine Ruheoase für Einheimische und Besucher gewesen. «Aber mit Lauras Namen bekommt er eine Tiefe und eine Richtung», sagte Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). Es solle kein Ort des Verlustes sein, sondern «der Begegnung sein und der stillen Dankbarkeit.»

Freunde, Familie, Politiker aus der Region, Einheimische wie auch zahlreiche Mitglieder des Skiclubs Partenkirchen und der Bergwacht, für die Dahlmeier ehrenamtlich tätig war, waren gekommen. Die Sitzplätze auf den extra aufgestellten Bänken reichten nicht - Hunderte Menschen verfolgten die Veranstaltung, die ausdrücklich keine Trauerfeier sein sollte - sondern «ein Fest für Laura Dahlmeier», wie Moderator Taufig Khalil sagte. 

Am Ende setzten die Besucher Kerzen in ein Stück Loipe aus extra von Helfern angekarrtem Schnee - eine leuchtende Spur in der Nacht. 

Die zweifache Biathlon-Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier war im Juli 2025 im Alter von 31 Jahren beim Bergsteigen in pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. 

Große Lücke hinterlassen 

Michael Maurer, Präsident des Skiclubs, der Dahlmeiers sportliche Heimat war und seinen Sitz direkt an dem Park hat, sagte, Laura fehle überall, wo sie ihren Fußabdruck hinterlassen habe mit ihrer natürlichen, offenen und bodenständigen Art. «Sie hinterlässt eine große Lücke.» 

Maurer erinnerte auch an die sportlichen Erfolge Dahlmeiers, insbesondere an die Biathlon-Weltmeisterschaften 2017 im österreichischen Hochfilzen - wo sie nach dem Rat ihrer Betreuer aus gesundheitlichen Gründen zum Schluss nicht mehr starten sollte. Sie trat trotzdem an - und holte ihr fünftes Gold dieser WM. 2019 beendete sie ihre Biathlon-Laufbahn und wandte sich noch mehr dem Bergsteigen zu. 

«Leise Erinnerung im Alltag»

In dem Park erinnerten bereits ein Foto und eine an einem Felsen angebrachte Tafel an die Sportlerin. Zugleich gab es Überlegungen, wie im Ort ein würdiges Erinnern geschaffen werden könnte. 

«Ein Stadion wäre naheliegend gewesen. Eine Sportstätte vielleicht logisch», sagte Koch. Dahlmeier sei aber nie nur Sportlerin gewesen. Sie sei am liebsten draußen und in Bewegung gewesen - vor allen Dingen auch am Berg, sagte Koch. «Sie hat die Weite gesucht und die Ruhe – sicher nicht die Bühne.» So sei der Park kein Ort des Wettbewerbs, sondern eine «leise Erinnerung im Alltag».

«Ich empfinde es als große Ehre, dass die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen den Park nun praktisch der Laura widmet. Das ist eine unheimlich schöne Geste», sagte die Mutter der Sportlerin, Susi Dahlmeier. Vater Andreas Dahlmeier sagte, damit werde Laura in Zukunft in Erinnerung bleiben.


Bildnachweis: © Felix Hörhager/dpa
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