8. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Ermittler kappen Tausende Nummern von mutmaßlichen Betrügern

Mit der Abschaltung von mehr als 3.500 Rufnummern wollen die Ermittler Betrügern das Geschäft vermiesen - und Menschen vor Maschen wie dem Enkeltrick schützen. Was hinter der Operation steckt.

Mehr als 3.500 Rufnummern von mutmaßlichen Betrügern wurden abgeschaltet. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 8. Dezember 2025 um 12:10 Uhr

Im Kampf gegen Anlagebetrüger, «Enkeltrick»-Kriminelle und falsche Polizisten ist den Ermittlern nach eigenen Angaben ein großer Schlag gelungen. Die Infrastruktur der mutmaßlichen Cyberkriminellen sei erheblich geschwächt worden, teilten das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg, das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinsam mit.

Die Ermittler nahmen demnach Rufnummern ins Visier, die im Zusammenhang mit betrügerischen Online-Plattformen stehen sollen. Bis zum 5. Dezember seien mehr als 3.500 überwiegend deutsche Nummern ausgemacht worden, über die mutmaßlich Telefonate mit Opfern geführt wurden. Diese Festnetz-, Handy - und Internetnummern wurden inzwischen von den zuständigen Anbietern abgeschaltet. Zusätzlich seien gut 350 österreichische Nummern in Abstimmung mit den Wiener Behörden vom Netz genommen worden.

«Kriminelle Dienstleister» im Visier

Beim Online-Anlagebetrug handeln die meist unbekannten Täter international und arbeitsteilig. So sollen möglichst viele Anlegerinnen und Anleger in die Falle gelockt werden. Rufnummern werden demnach vielfach an Betrugsnetzwerke vermietet und massenweise genutzt, um Straftaten zu begehen. Das Vorgehen bezeichnen die Ermittlungsbehörden als «Crime as a Service» - also kriminelle Dienstleistungen. Die nun gesperrten Nummern stehen auch im Verdacht, für Maschen wie «Enkeltrick» und «Falsche Polizisten» genutzt worden zu sein.

Das Ziel der Operation Herakles sei es, die technische Infrastruktur, die Cyber-Betrüger zur Umsetzung ihrer Taten nutzen, langfristig zu zerstören und so Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland zu schützen. Bereits im Juni und Oktober dieses Jahres waren im Rahmen derselben Operation mehr als 2.200 Internetseiten abgeschaltet worden, die Menschen zu vermeintlichen Investitionen auf manipulierten Handelsplattformen verleitet sollten. 

Deutschland soll für Betrüger unwirtschaftlich werden

Mit der Nummern-Abschaltung wurden Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier zufolge Tausende potenzielle Betrugsversuche verhindert. So entziehe man den Cyberkriminellen aktiv die Grundlage ihres Handelns. Der Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Andreas Stenger, betonte die strategische Wirkung der Operation: «Um dagegenzuhalten, müssen die Täter einen immensen organisatorischen Aufwand betreiben, der mit erheblichen Kosten verbunden ist», teilte er mit. Deutschland solle so für solche Dienste unwirtschaftlich und dadurch unattraktiv werden.


Bildnachweis: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kinoptikum zeigt Open air Kino an der Rochuskapelle
Kino

Einlass ist ab 20 Uhr, die Platzwahl ist frei. Der Filmstart erfolgt bei ausreichender Dunkelheit gegen 21 Uhr; bei...

weiterlesen...
Event Highlights im August
Veranstaltung

Der August 2026 wird in Landshut besonders abwechslungsreich: Freue dich auf die SummerStage mit Top-Acts, die 687. Bartlmädult & vieles mehr!

weiterlesen...

Neueste Artikel

Einbruch von zwei Maskierten in Gaststätte - Zeugenaufruf
Polizei / Gericht

Moosburg - pol (17.08.2026)  In den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags, 15.08., drangen bislang...

weiterlesen...
Zwei Brände in der Nähe eines Waldes - Zeugenaufruf
Uncategorised

Langquaid-Kelheim - pol (17.08.2026) Am 16. August gegen 22 Uhr stellte ein Passant südlich des Parkplatzes am...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Arday: Cambridge-Kanzler prangert «rassistische Hetzjagd» an
Aus aller Welt

Der Fall Arday bewegt Großbritannien weiter. Nach dem Tod des früheren Star-Professors erhebt der Kanzler der Uni Cambridge schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit dem 41-Jährigen.

weiterlesen...
Makabrer Fund: Urne aus Deutschland an italienischem Strand
Aus aller Welt

Eine Frau macht einen Spaziergang am Meer - und eine unangenehme Entdeckung: Im Sand liegt eine Urne mit der Asche eines Menschen. Noch weiß niemand, wie sie dorthin kommen konnte.

weiterlesen...