27. November 2025 / Aus aller Welt

Waffe, Motiv, Ablauf? Ermittlungen nach Gewalttat laufen

Fünf Tote, drei Tatorte und viele offene Fragen: Nach der Gewalttat im Kreis Reutlingen untersuchen Ermittler die Hintergründe. Woher der mutmaßliche Täter die Waffe hatte, ist inzwischen geklärt.

Vor dem Firmengebäude, in dem die Leichen der beiden Söhne gefunden wurden, liegen eine Kerze und ein Kranz.
Veröffentlicht am 27. November 2025 um 14:19 Uhr

Nach der Gewalttat mit fünf Toten im Landkreis Reutlingen gehen die Ermittlungen zu den Hintergründen weiter. Inzwischen haben die Ermittler geklärt, wie der verdächtige Familienvater an die Tatwaffe gelangt ist. «Die mutmaßlich verwendete Schusswaffe war legal im Besitz des 63 Jahre alten Mannes», sagte ein Polizeisprecher. Die Waffe sei ordnungsgemäß registriert gewesen. 

Unklar sei weiter das Motiv des 63-Jährigen, der seine Ehefrau, seine Schwester, seine beiden Söhne und anschließend sich selbst getötet haben soll. Die Ermittlungen seien wegen drei Tatorten und fünf Toten sehr umfangreich, sagte ein Polizeisprecher.

Es sei eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden. Sie soll versuchen, die offenen Fragen zu klären. Dafür sollen auch mögliche Zeugen vernommen werden, darunter auch weitere Angehörige der Toten. Die Polizei hatte mitgeteilt, dass die getötete Ehefrau des Mannes nicht die Mutter der getöteten Söhne gewesen sei. 

Wie starb die Schwester?

Im Fokus der Ermittler steht auch die Frage, wie genau die Schwester des Mannes ums Leben kam. Ihre Leiche wies als einzige keine Schussverletzungen auf, hatte die Polizei mitgeteilt.

Ebenfalls offen und im Fokus der Ermittler ist die Frage nach dem genauen Ablauf der Tat. Laut Polizei ist bislang unklar, in welcher Reihenfolge der mutmaßliche Täter seine Opfer getötet haben soll - und auch wann genau. Man wisse den Todeszeitpunkt der einzelnen Personen bislang nicht, sagte ein Polizeisprecher.

Nachdem sich die Nachricht von der Gewalttat verbreitet hatte, gingen bereits zahlreiche Hinweise bei den Ermittlern ein. Es gebe «viele Hinweise» als Folge der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei, teilte ein Sprecher mit. Um wie viele es sich konkret handelt, konnte er nicht sagen. Den Hinweisen müsse man nun nachgehen. 

Ermittler finden nach und nach mehr Tote

Die Toten waren am Dienstag an mehreren Orten im Landkreis Reutlingen gefunden worden. Zunächst hatte eine Pflegekraft am Morgen die leblose 60 Jahre alte Schwester des Mannes mit tödlichen Verletzungen in ihrer Wohnung in Reutlingen gefunden. Schnell habe sich ein Verdacht gegen den Bruder der Frau ergeben. 

Bei der Durchsuchung von dessen Wohnhaus in Pfullingen fanden Spezialeinsatzkräfte am Dienstagabend die Leichen des 63-Jährigen und seiner 57 Jahre alten Ehefrau. Beide hätten Schussverletzungen aufgewiesen, die mutmaßliche Tatwaffen fanden die Ermittler neben den Toten.

Anschließend durchsuchten die Einsatzkräfte die Firmenräume des Mannes in St. Johann. Dort fanden sie die Leichen seiner 27 und 29 Jahre alten Söhne.


Bildnachweis: © Jason Tschepljakow/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kinoptikum zeigt Open air Kino an der Rochuskapelle
Kino

Einlass ist ab 20 Uhr, die Platzwahl ist frei. Der Filmstart erfolgt bei ausreichender Dunkelheit gegen 21 Uhr; bei...

weiterlesen...
Event Highlights im August
Veranstaltung

Der August 2026 wird in Landshut besonders abwechslungsreich: Freue dich auf die SummerStage mit Top-Acts, die 687. Bartlmädult & vieles mehr!

weiterlesen...

Neueste Artikel

OB Haslinger & Stadträte besuchten die Grundschule Ost
Bildung und Schule

Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger, Mitglieder des Stadtrats und aus der Schulleitung sowie Planungsverantwortliche...

weiterlesen...
Abschlusspressebericht zum Gäubodenvolksfest 2026 - Polizei zieht positive Bilanz - Viele Unterstützungkräfte
Polizei / Gericht

Sraubing - pol (19.08.2026) Das Gäubodenvolksfest 2026 ist beendet und die Polizeiinspektion Straubing zieht eine...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mindestens 33 Tote nach Minenunglück in Afrika
Aus aller Welt

Mindestens 33 Arbeiter werden in einer Goldmine von einer Schlammlawine verschüttet. Rettungskräfte suchen verzweifelt nach Überlebenden. Behörden befürchten eine steigende Opferzahl.

weiterlesen...
Russland: Bär zerfleischt Camperin im Altai-Gebirge
Aus aller Welt

Russland ist berühmt für seine Bären. Besonders für Touristen in Sibirien gelten sie aber als allgegenwärtige Gefahr. Nun kam es im bei Campern beliebten Altai-Gebirge zu einem tödlichen Angriff.

weiterlesen...