3. Juli 2026 / Aus aller Welt

Dramatische Rettungsaktion an Frankfurter Hochhaus

Höhenretter bergen zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel in 240 Metern Höhe. Starker Wind bringt die Retter selbst in Gefahr.

Die Gondel hing auf Höhe des 44. Stocks.
Veröffentlicht am 3. Juli 2026 um 15:46 Uhr

Es war ein besonderer und auch ein besonders gefährlicher Einsatz: Höhenretter der Frankfurter Berufsfeuerwehr haben zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel aus 240 Metern Höhe gerettet - mit einer neuartigen Technik und bei starkem Wind, der die Retter selbst in Gefahr brachte. 

«Der starke Wind hat die Rettungsarbeiten erheblich erschwert», sagt Fabian Ommert, der den Einsatz leitete. Nach Einschätzung von Axel Manz, Ausbilder im Bereich Höhenrettung, handelte es sich bei dem Einsatz «um die höchste Rettung im urbanen Raum, die bislang in Deutschland durchgeführt wurde». 

Der Notfall trat am Donnerstag am Commerzbank-Tower in der Frankfurter Innenstadt ein. Das Gebäude gehört den zu höchsten und markantesten Gebäuden Frankfurts. Es hat 50 Etagen und misst mit seiner charakteristischen Antenne 300 Meter. 

An der Akku-Seilwinde elf Stockwerke nach oben

In rund 240 Metern Höhe war der Fahrkorb einer Firma für Fassadenreinigung stecken geblieben. An Bord: zwei Fassadenreiniger. Laut Feuerwehr konnte der Korb aufgrund einer technischen Störung nicht mehr bewegt werden. Um die Gebäudereiniger zu befreien, waren nach Angaben eines Sprechers 24 Feuerwehrleute im Einsatz, davon fünf speziell ausgebildete Höhenretter.

Über eine Seilwinde wurden die Männer einzeln elf Stockwerke nach oben gezogen und in Sicherheit gebracht. «Erstmals kam bei diesem Einsatz zudem eine erst kürzlich beschaffte Akku-Seilwinde zum Einsatz», berichtet Feuerwehr-Sprecher Michael Rauch. «Sie trug wesentlich dazu bei, die Rettungsmaßnahmen zu beschleunigen.» 

Korb wurde vom Wind von der Fassade weggedrückt

Denn es gab eine Komplikation: «Während der Rettungsarbeiten löste sich der in Führungsschienen laufende Fahrkorb durch starke Windböen aus seiner stabilen Position und wurde bis zu acht Meter von der Gebäudefassade weggedrückt», so Rauch. «Anschließend schlug der Korb mehrfach gegen die Glasfassade zurück.» 

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Höhenretter im Fahrkorb. Die Kollegen waren in einer «hochkritischen Lage», so die Feuerwehr. Dank der Akku-Seilwinde wurden sie nach oben gezogen und konnten die «akute Gefährdungslage unverletzt verlassen», schilderte der Sprecher die dramatische Situation.

Gut vorbereitet dank Übungen vor Ort

Der Fahrkorb schwang nach der Rettung weiter im Wind. Einem Techniker der Betreiberfirma gelang es schließlich, den Korb sicher auf dem Dach abzustellen. Was dem Team half: Ortskenntnis. Weil die Höhenretter regelmäßig am Commerzbank-Hochhaus üben, kannten die Einsatzkräfte die örtlichen Gegebenheiten und konnten auch auf diese Sondersituation gut reagieren. 

Nach Angaben der Commerzbank werden die Fenster dreimal im Jahr gereinigt. Die Feuerwehr habe die Fassade nach der Bergung mit einer Drohne abgeflogen und keine Schäden festgestellt, so ein Sprecher der Bank. Die Feuerwehr bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Property-Management der Bank.


Bildnachweis: © ---/Feuerwehr Frankfurt am Main/dpa
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