17. Juni 2026 / Aus aller Welt

«Galungan»-Fest: Bali feiert die Rückkehr der Ahnen

Geschmückte Bambusstangen und farbenfrohe Opfergaben: «Galungan» steht auf Bali für die Rückkehr der Ahnen und den Triumph des Guten über das Böse. Auch für Touristen ein besonderes Erlebnis.

Sarongs und bunte Körbe gehören auf Bali zu «Galungan» dazu.
Veröffentlicht am 17. Juni 2026 um 05:34 Uhr

Der Duft von Lotus- und Frangipani-Räucherstäbchen hängt süß in der Luft, aus den Häusern erklingt traditionelle Gamelan-Musik: Mit Opfergaben und farbenprächtigen Tempelzeremonien haben Millionen Hindus auf Bali die symbolische Rückkehr ihrer Ahnen gefeiert. Das «Galungan»-Fest, einer der wichtigsten religiösen Feiertage auf der indonesischen Insel, symbolisiert nach dem örtlichen Glauben den Sieg des Guten über das Böse - und die zeitweilige Heimkehr der Geister verstorbener Vorfahren zu ihren Familien. 

Für ausländische Besucher bot das Fest schon seit den frühen Morgenstunden einen seltenen Einblick in die religiösen Traditionen der «Insel der Götter», die trotz des Massentourismus bis heute fest im Alltag der Insel verankert sind. Schon seit Tagen hatten sich die Menschen auf «Galungan» vorbereitet. «Das ist eine ganz besondere Feier für uns. Sie ist sehr wichtig, um alles in der Balance zu halten», sagte Desi, Mitarbeiterin eines Hotels im bei Urlaubern aus aller Welt beliebten Ort Ubud.

Geschmückte Bambusstangen prägen das Straßenbild

Vor Häusern, Geschäften und Tempeln wurden die charakteristischen Penjor aufgestellt – meterhohe, geschwungene Bambusstangen, die mit Palm- und Kokosblättern, Früchten und anderen Naturmaterialien geschmückt sind. Sie symbolisieren Wohlstand und Dankbarkeit und sollen zugleich an den heiligen Vulkan Gunung Agung erinnern, das spirituelle Zentrum des balinesischen Hinduismus. Auch Touristen durften sich in den vergangenen Tagen an der Dekoration der Penjor beteiligen.

Familien besuchten Tempel, sprachen Gebete und brachten den Göttern sowie ihren Ahnen Opfergaben dar. Die meisten Balinesen trugen traditionelle Festkleidung mit dem traditionell gewickelten Sarong, die Frauen balancierten bunte Flechtkörbe auf dem Kopf. 

Statt auf den Tourismus konzentrierte sich das öffentliche Leben für einen Tag stark auf Familie, Gemeinschaft und Spiritualität. Die Festzeit endet nach zehn Tagen mit «Kuningan». Dann kehren die Ahnen nach balinesischem Glauben wieder in die spirituelle Welt zurück.


Bildnachweis: © Carola Frentzen/dpa
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