3. September 2026 / Aus aller Welt

Gefälschte Naziopfer-Biografien – 32 Verdächtige im Visier

Mit gefälschten Urkunden sollen sich 32 Verdächtige beim Bundesverwaltungsamt als Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus ausgegeben haben. Die Ermittlungen laufen noch.

Das Bundesverwaltungsamt. Hier eine Außenstelle in Brandenburg. (Archivbild)
Veröffentlicht am 3. September 2026 um 17:35 Uhr

Mit gefälschten Urkunden sollen sich Betrüger als Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus ausgegeben und beim Bundesverwaltungsamt in Köln die deutsche Staatsbürgerschaft erschlichen haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittele gegen 32 Beschuldigte in der Sache, teilte ein Behördensprecher auf dpa-Anfrage mit. Weitere Einzelheiten könnten nicht mitgeteilt werden, weil ihr Bekanntgabe die noch andauernden Ermittlungen gefährdeten, hieß es. 

Wie der «Spiegel» berichtet, sollen sich die Verdächtigen, die vor allem aus China stammen sollen, als Nachfahren von vertriebenen Jüdinnen und Juden ausgegeben und in den vergangenen Jahren Einbürgerungsanträge gestellt haben. 

Staatsanwaltschaft: Keine Erkenntnisse über Haftbefehle

Nach Angaben des «Spiegel» würden einige der Beschuldigten mit internationalen Haftbefehlen unter anderem wegen Mordes und Entführung gesucht und hätten möglicherweise deswegen versucht, sich neue Identitäten zu verschaffen. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft nicht: Zu möglichen weiteren Straftaten der Beschuldigten im Ausland lägen keine belastbaren Erkenntnisse vor. Diese seien auch nicht Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.

Artikel 116 des Grundgesetzes ermöglicht es jenen, die von den Nationalsozialisten ausgebürgert wurden, ihre deutsche Staatsangehörigkeit zurückzuerhalten. Das Bundesverwaltungsamt teilte mit, man könne sich zu dem laufenden Ermittlungsverfahren nicht äußern.


Bildnachweis: © Jens Kalaene/dpa
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