Italien hat Abschied vom kleinen Domenico genommen, der die Transplantation eines kaputten Spenderherzens nicht überlebte. Der Sarg des zweijährigen Jungen wurde vor der Beerdigung im Dom seines Heimatorts Nola bei Neapel aufgebahrt. Unter den mehreren Tausend Trauergästen waren viele Eltern mit kleinen Kindern, die weiße Blumen in der Hand hielten. An der Zeremonie in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche nahm auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni teil. Es flossen viele Tränen. Der tragische Fall hatte das Land wochenlang bewegt. Der kleine Junge, der bereits mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen war, hatte kurz vor Weihnachten ein Spenderherz transplantiert bekommen. Das Ersatzorgan funktionierte aber nie, weil es beim Transport falsch gekühlt wurde. Domenico starb schließlich am vorvergangenen Wochenende auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Neapel. Inzwischen wird gegen mehrere Ärzte und Sanitäter ermittelt - sowohl in der süditalienischen Großstadt, wo das Herz transplantiert wurde, als auch in Bozen (Südtirol), wo es einem gestorbenen Jungen entnommen worden war. Beim Transport wurde das Ersatzorgan nicht mit herkömmlichem Eis gekühlt wie üblich, sondern kam mit viel kälterem Trockeneis in Kontakt. Dadurch erfror es buchstäblich. Trotzdem entschieden sich die Ärzte in Neapel, das Herz zu verpflanzen. Nach Medienberichten wurde sogar versucht, das gefrorene Organ mit heißem Wasser wieder aufzutauen. Fast zwei Monate lang wurde Domenico dann von einer Maschine am Leben gehalten, was auch schwere Schäden an anderen Organen zur Folge hatte. Schließlich bestand keine Hoffnung mehr für ihn. Die Eltern hoffen, dass die Ermittlungen Aufschluss bringen, wer am Tod ihres Kindes Schuld hat. Die Mutter Patrizia Mercolino sagte: «Jetzt ist der Moment, um Domenico zu beweinen. Danach nehmen wir den Kampf um Gerechtigkeit wieder auf.» Der Arzt, der die Operation in Neapel verantwortete, ist mittlerweile von seiner Arbeit suspendiert. In einem Interview bezeichnete er sich zu Beginn der Woche selbst als «Opfer», was für neue Empörung sorgte. Als der kleine weiße Sarg in den Dom von Nola getragen wurde, gab es Applaus. Die 35.000-Einwohner-Stadt hat den Tag zum offiziellen Trauertag erklärt. Die meisten Geschäfte blieben geschlossen. In den Straßen und auf dem Platz vor dem Dom hingen Hunderte Plakate mit dem Foto des Jungen. Manche Angehörige hielten T-Shirts mit der Aufschrift «Il nostro guerriero» («Unser Krieger») in die Höhe. So hatte seine Mutter Domenico genannt. Aktuell sind in Europa mehr als 13.000 Menschen dringend auf ein neues Organ angewiesen. Allein in Deutschland warteten nach Angaben der Stiftung Organtransplantation zum Jahresende mehr als 1.100 Menschen auf ein Spenderherz.Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mediziner
Mutter fordert von der Justiz «Gerechtigkeit»
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Italien nimmt Abschied von Jungen mit kaputtem Spenderherz
Das Schicksal des kleinen Domenico bewegte Menschen weit über Italien hinaus. Vor der Beerdigung gibt es nochmals viele Tränen. In seiner Heimatstadt bleiben die Geschäfte geschlossen.
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