Gewalttätigere Eltern, gestiegene psychische Belastungen, weniger Selbstkontrolle und weniger Angst vor Strafen: Das sind nach Angaben von Forschern mögliche Ursachen für die gestiegene Kinder- und Jugendkriminalität. Wissenschaftler der Uni Köln unter Leitung von Professor Clemens Kroneberg waren den Ursachen nachgegangen und auf zum Teil beunruhigende Befunde gestoßen. Sie hatten die offiziellen Zahlen der Kriminalitätsstatistik durch eine sogenannte Dunkelfeldstudie ergänzt, für die 3.800 Schüler der siebten bis neunten Klasse an 27 Schulen in drei NRW-Städten befragt wurden. Auffällig dabei: Die psychische Belastung der Schüler, besonders der Mädchen, nahm deutlich zu, ihre Selbstkontrolle deutlich ab. Fast jedes zweite Mädchen klagte über Angst und Depression. So sei die Straffälligkeit der Mädchen stärker gestiegen als die der Jungen, obwohl Mädchen nach wie vor deutlich seltener straffällig werden. Sie vermuten zudem, dass Gewalt im Elternhaus eine Ursache sein könnte: So erfuhren die befragten Kinder und Jugendlichen im vergangenen Jahr deutlich mehr Gewalt im Elternhaus als noch 2015. Kinder, die Opfer von Gewalt werden, werden selbst häufiger gewalttätig. Moralische Einstellungen der Kinder und Jugendlichen waren dagegen gesunken. Bei geringeren Verfehlungen wie nicht gemachten Hausaufgaben sank das Unrechtsbewusstsein.
Bildnachweis: © David Young/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Jung, brutal, respektlos: Studie zu Jugendkriminalität
Forscher der Uni Köln sind den Ursachen für die gestiegene Kinder- und Jugendkriminalität nachgegangen. Einige Befunde sind alarmierend.
Meistgelesene Artikel
Landshut - hs (06.07.2026) Helle Aufregung rund um das Landshuter Klinikum gegen 13.15 Uhr. Zahlreiche Polizeifahrzeuge...
- 26. Juni 2026
Eurojackpot: Über 87 Millionen Euro gehen nach NRW
17, 25, 35, 39, 41 - diese Gewinnzahlen machen eine Tipperin oder einen Tipper aus Nordrhein-Westfalen zum Lotto-Millionär. Auch in anderen Bundesländern durfte gejubelt werden.
Landshut - pm (22.06.2026) Am Sonntag, 28. Juni, verwandelt sich das Naherholungsgebiet Gretlmühle erneut in die...
Neueste Artikel
- 16. Juli 2026
Nur jede und jeder Zehnte nutzt gar keine Emojis
Lachen, Herzen, Zwinkern: Emojis werden in Chats häufig benutzt. Die Gen-Z sendet sie fast immer, Boomer tun es seltener. Viele sind unsicher, was manche bedeuten. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage dazu.
- 16. Juli 2026
Wegen Hitze und Trockenheit Debatte um Wasserverbrauch
Einfach mal die Blumen gießen? In Teilen Europas ist das nicht mehr so einfach. In Deutschland wächst die Debatte über den Umgang mit knappem Wasser.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Juli 2026
Nur jede und jeder Zehnte nutzt gar keine Emojis
Lachen, Herzen, Zwinkern: Emojis werden in Chats häufig benutzt. Die Gen-Z sendet sie fast immer, Boomer tun es seltener. Viele sind unsicher, was manche bedeuten. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage dazu.
- 16. Juli 2026
Wegen Hitze und Trockenheit Debatte um Wasserverbrauch
Einfach mal die Blumen gießen? In Teilen Europas ist das nicht mehr so einfach. In Deutschland wächst die Debatte über den Umgang mit knappem Wasser.

