Er soll für Geld Informationen aus Ermittlungsverfahren an eine Drogenbande weitergegeben und eine Razzia verraten haben: Das hat den Staatsanwalt aus Hannover auf die Anklagebank gebracht. Jetzt erwartet er sein Urteil. Der Schuldspruch gegen den 40-Jährigen und einen als Mittelsmann angeklagten 42-Jährigen wird heute (11.00 Uhr) am Landgericht Hannover verkündet. Der Anklagevertreter hat acht Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen Bestechlichkeit und Strafvereitelung im Amt sowie eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten für den zweiten Mann gefordert – wegen Beihilfe zur Bestechung. Er betonte in seinem Plädoyer, der Staatsanwalt habe dem Vertrauen in den Rechtsstaat schweren Schaden zugefügt. Der in Untersuchungshaft sitzende Jurist soll zwischen Juni 2020 und März 2021 Interna aus Ermittlungsverfahren preisgegeben und die Drogenbande vor Durchsuchungen gewarnt haben - gegen Geld. Führende Köpfe der Bande setzten sich ins Ausland ab. Mitte Februar wurde bekannt, dass einer der Beschuldigten in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden war. Gegen den Staatsanwalt war schon 2022 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, seine Wohnung und seine Diensträume wurden durchsucht. Das Verfahren wurde im Oktober 2023 eingestellt, weil sich der Verdacht zunächst nicht erhärtet hatte. Im Juni 2024 wurde das Verfahren wiederaufgenommen, im April 2025 begann der Prozess. Der Jurist gestand nach einem Verständigungsvorschlag der Kammer neun der 14 ihm vorgeworfenen Taten. Demnach könnte ihn eine Strafe zwischen acht Jahren und zwei Monaten sowie acht Jahren und neun Monaten erwarten. Die Verteidiger des Mannes forderten, die Strafe solle acht Jahre und zwei Monate nicht überschreiten. Der Boxtrainer aus Hannover hatte sieben der zwölf ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Vor wenigen Tagen wurde zudem der Logistiker der Drogenbande nach einem Bericht der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» im Revisionsprozess zu elfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte mit seinen Angaben dazu beigetragen, ein Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlich korrupten Staatsanwalt zu ermöglichen. Zuvor war er zu zwölfeinhalb Jahren verurteilt worden. In seinem Schlusswort vor Gericht sagte der 40 Jahre alte, angeklagte Staatsanwalt: «Ich habe viele Menschen enttäuscht und bereue dies zutiefst.» Er übernehme die volle und alleinige Verantwortung.Prozess läuft seit April 2025
Jurist gesteht 9 von 14 Taten
Jurist: «Viele Menschen enttäuscht»
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Korruptionsprozess gegen Staatsanwalt - Urteil erwartet
Ausgerechnet ein Staatsanwalt soll Ermittlungsergebnisse an eine internationale Drogenbande verkauft haben. Dafür kommt er selbst auf die Anklagebank. Wie fällt das Urteil aus?
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