Ein mutmaßlicher Brandanschlag an der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Cuxhaven hat den Zugverkehr lahmgelegt. Im niedersächsischen Neu Wulmstorf habe in der Nacht ein Verteilerkasten gebrannt, teilte die Polizei mit. Die Behörde geht von Brandstiftung aus. Eine Bahnsprecherin sagte, Zugfahrten im Abschnitt zwischen Hamburg-Neugraben, Buxtehude und Stade seien derzeit nicht möglich. Am Abend lief der Regionalverkehr teilweise wieder an. Prognosen zur Dauer der Reparatur konnte die Bahn zunächst nicht geben. «Wir arbeiten durchgehend auf Hochtouren», sagte ein Sprecher am Abend. Die Bahnsprecherin sagte, das Feuer habe die Schieneninfrastruktur beschädigt - der Verteilerkasten sei für die sichere Steuerung der Züge erforderlich. Mehr als 200 Zugfahrten fielen aus und müssten durch Busse ersetzt werden, Tausende Fahrgäste müssten Umwege und längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen, sagte eine Sprecherin der S-Bahn Hamburg. Auch 19 Güterzüge wurden demnach abrupt gestoppt. Fachleute sind ihren Worten zufolge seit dem frühen Morgen im Einsatz, um die Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu prüfen. «Wir wissen, dass die Situation für unsere Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist», sagte die S-Bahn-Sprecherin. Ersatzverkehr könne den regulären Zugbetrieb nicht vollständig ersetzen: «Eine S-Bahn bietet deutlich mehr Platz für Fahrgäste als ein Bus, und die Wege über die Schiene sind in der Regel schneller.» Für den betroffenen S-Bahn Verkehr der Linie S5 wurde nach Bahn-Angaben ein Schienenersatzverkehr mit Bussen und Taxen zwischen Neugraben und Stade eingerichtet. Zwischen Pinneberg und Hammerbrook war demnach die S5 den Angaben zufolge im Zehn-Minuten-Takt unterwegs, zwischen Hammerbrook und Wilhelmsburg waren wegen geplanter Bauarbeiten Busse als Ersatzverkehr im Einsatz. Letzteres betraf auch die Linie S3. Die Züge der RE5 zwischen Hamburg und Cuxhaven über Harburg, Buxtehude und Stade fuhren laut Bahn zunächst nicht, am Abend wurde der Verkehr mit Einschränkungen wieder aufgenommen. Von Stade nach Buxtehude ging es einmal pro Stunde. Zwischen Stade und Cuxhaven wurde ein Schienenersatzverkehr eingesetzt. Die Bahn riet Reisenden, sich vor Fahrtantritt zu informieren und eine längere Fahrtzeit einzuplanen. Nach Polizeiangaben meldete ein Zeuge gegen 1.15 Uhr Feuerschein an einem Technikgebäude eines Bahnübergangs. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, war dieses Feuer nahezu erloschen - allerdings brannte in 50 Metern Entfernung ein Verteilerkasten. Dieses Feuer beschädigte den Angaben zufolge Signalleitungen, der Zugverkehr wurde daher unterbrochen. Die Feuerwehr löschte den Brand. Die Polizei sicherte Spuren an den Brandstellen. Diese Spuren sprächen für Brandstiftung, sagte ein Polizeisprecher. Die Täterschaft sei aber noch unklar. Die Polizei sucht seinen Worten zufolge dringend nach Zeugen. In Nordrhein-Westfalen hatte am Wochenende ebenfalls ein mutmaßlicher Brandanschlag eine wichtige Bahnstrecke lahmgelegt, zahlreiche Kabel an der Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wurden von Bränden in Kabelschächten beschädigt. Es kam auch zu einem Böschungsbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde. Sicherheitskreise vermuteten einen Sabotageakt. Auf der linken Plattform indymedia.org tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf, die Ermittler gingen davon aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Am frühen Samstagabend wurde die gesperrte Strecke für Züge freigegeben.Mehr als 200 Zugfahrten fallen aus
Schienenersatzverkehr rollt
Polizei: Signalleitungen wurden beschädigt
Mutmaßlicher Brandanschlag auf Bahnstrecke auch in NRW
Bildnachweis: © Sebastian Peters/NEWS5/dpa
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Mutmaßlicher Brandanschlag legt Zugverkehr im Norden lahm
Ein Verteilerkasten der Deutschen Bahn brennt zwischen Hamburg und Cuxhaven, Signalleitungen werden beschädigt. Die Folge: Züge fahren dort vorerst nicht mehr. Die Polizei hat einen Verdacht.
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