22. Januar 2026 / Aus aller Welt

Millionen-Coup von Gelsenkirchen: 120 zusätzliche Ermittler

30.000 Gegenstände gesichtet, Tausende Stunden Videomaterial: Die Polizei ermittelt im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr.

Ein großes Loch ist in der Wand zum Tresorraum der Sparkasse zu sehen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 22. Januar 2026 um 15:16 Uhr

Nach dem Millionen-Coup von Gelsenkirchen hat die Polizei die Zahl der Ermittler um 120 auf 350 aufgestockt. Ermittelt werde im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr - sieben Tagen die Woche, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) dem Innenausschuss des Landtags. Inzwischen seien 30.000 Gegenstände gesichtet und dokumentiert worden. Zudem seien mehrere 1.000 Stunden Videomaterial sichergestellt worden.

Die Täter hätten auch Wertsachen zurückgelassen, es sei nicht alles weg, sagte Reul. Er bestätigte, dass der Schließmechanismus einer Verbindungstür zwischen Parkhaus und Bankfiliale manipuliert und ein Bewegungsmelder dahinter abgeklebt war. Die Polizei habe für die Ermittlungen inzwischen ein Gebäude angemietet.

Reul hatte am Mittwoch den Tatort besichtigt und sich vor Ort über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert. Eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) namens «Bohrer» ist damit beschäftigt, die Täter zu ermitteln. Von einem Archivraum aus hatten sie ein großes Loch in den Tresorraum gebohrt. Am Mittwochabend hatte die ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» einen Fahndungsaufruf veröffentlicht, auf den Dutzende Hinweis eingingen.

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden: Im Tresorraum der Sparkassen-Filiale räumten sie rund 3.100 Kundenschließfächer aus, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen. Es dürfte sich um einen der größten Kriminalfälle in der Geschichte des Landes NRW handeln. Die Höhe der Beute ist unklar. Schätzungen variierten zwischen einem zwei- und einem dreistelligen Millionenbetrag.


Bildnachweis: © -/Polizei Gelsenkirchen/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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