5. Juni 2026 / Aus aller Welt

Razzien nach Angriff auf Polizei bei Feier von Großfamilie

Nach einem Angriff auf Polizisten bei einer Familienfeier in Leverkusen durchsucht die Polizei mehrere Mehrfamilienhäuser. Drei mutmaßliche Rädelsführer stehen im Fokus der Ermittlungen.

Polizisten tragen einen Rammbock.
Veröffentlicht am 5. Juni 2026 um 11:16 Uhr

Zwei Monate nach der eskalierten Feier einer Großfamilie in Leverkusen ist die Polizei mit Razzien gegen die mutmaßlichen Rädelsführer vorgegangen. Am frühen Morgen durchsuchte die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Mehrfamilienhäuser. Dabei wurden mehrere Handys zur Beweisauswertung sichergestellt. Außerdem fanden die Einsatzkräfte den Angaben zufolge mehrere verbotene Waffen, darunter ein Butterfly-Messer sowie ein sogenanntes Wurfmesser.

Die Ermittlungen richten sich demnach gegen drei Männer im Alter von 25, 26 und 35 Jahren. Ihnen werde vorgeworfen, am 6. April in einer Shisha-Bar in Leverkusen Polizeikräfte angegriffen und zum Teil schwer verletzt zu haben. Mehrere Polizistinnen und Polizisten seien infolge des Einsatzes weiterhin dienstunfähig.

Polizistin verlor mehrere Zähne

Bei dem Vorfall am Ostersonntag hatten in den Räumen einer ehemaligen Shisha-Bar in Leverkusen rund 50 Gäste gefeiert, die überwiegend einer Großfamilie angehören sollen. Die Polizei rückte wegen Lärmbeschwerden an und wurde von zahlreichen Gästen attackiert. Eine 29 Jahre alte Polizistin verlor nach früheren Angaben durch einen Flaschenwurf mehrere Zähne, ein Kollege erlitt einen Armbruch.

Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe nahm zunächst 22 Beschuldigte ins Visier. Nach dpa-Informationen konnten inzwischen unter anderem durch Zeugenaussagen und Bodycam-Aufnahmen drei Personen als mutmaßliche Rädelsführer identifiziert werden.

NRW-Innenminister: «Polizei hat längeren Atem»

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Freitag: «In Leverkusen hat sich eine ganze Gruppe auf Polizistinnen und Polizisten gestürzt. Am Morgen stand die Polizei vor den Türen dieser Chaoten. Wir nehmen so einen Angriff nicht zu den Akten, sondern zerlegen ihn in seine Einzelteile und schauen uns an, wer was getan hat. Jeder, der mitgemacht hat, bekommt seine Konsequenz. Wer sich an Einsatzkräften vergreift, soll verstehen: Die Polizei hat immer den längeren Atem.»


Bildnachweis: © Christoph Reichwein/dpa
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