9. November 2025 / Aus aller Welt

Riesenwellen auf Teneriffa - Drei Tote und viele Verletzte

Im Herbst und Winter treffen immer wieder Riesenwellen auf die Kanaren. Wer die Warnungen der Behörden überhört, setzt sein Leben leichtfertig aufs Spiel. Das zeigen mehrere Notfälle auf Teneriffa.

Viele Touristen waren betroffen.
Veröffentlicht am 9. November 2025 um 11:45 Uhr

Riesenwellen haben auf Teneriffa zahlreiche Menschen ins Meer gespült - darunter auch viele Touristen vor allem aus Frankreich. Bei verschiedenen Zwischenfällen an den Küsten seien drei Menschen ums Leben gekommen, teilten die Behörden der spanischen Urlaubsinsel mit. Außerdem wurden demnach insgesamt 15 Menschen verletzt.

«Tragischer Tag an Teneriffas Küsten», titelte die Zeitung «Diario de Avisos». Unter den Todesopfern ist eine Frau, die nach übereinstimmenden Medienberichten Niederländerin und 79 Jahre alt war. Die Nationalität wurde von den Behörden auf Anfrage bestätigt, das Alter vorerst nicht.

Die Frau war am Samstagnachmittag in dem Ort Puerto de la Cruz an der Nordküste der Kanaren-Insel zusammen mit neun weiteren Menschen durch die Wucht der auf Land treffenden Wassermassen ins Meer gerissen worden. Polizisten und Passanten konnten alle Betroffenen wieder an Land bringen.

Die Niederländerin habe jedoch einen Herzstillstand erlitten und sei trotz Wiederbelebungsversuchen von Sanitätern vor Ort gestorben. Die anderen neun Menschen, darunter drei französische Touristen, seien mit zum Teil schweren Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Beim Angeln in den Tod gestürzt

Das zweite Todesopfer wurde in Charco del Viento rund 15 Kilometer westlich von Puerto La Cruz gemeldet. Ein 43-jähriger Spanier stürzte dort beim Angeln ins Meer. Er sei schnell per Hubschrauber geborgen worden, die Sanitäter hätten aber nur seinen Tod feststellen können, berichtete die Zeitung «El Día». Hier gehen die Behörden ebenfalls davon aus, dass der Mann Opfer einer Riesenwelle wurde, auch wenn es in diesem Fall keine Augenzeugen gab.

Mit dem Schrecken und moderaten Verletzungen kamen unterdessen sechs Touristen aus Frankreich davon, die in dem Ort Playa del Roque de Las Bodegas im Bezirk Anaga ganz im Nordosten der Insel ebenfalls von einer Riesenwelle ins Meer gespült worden waren.

Vor der Südküste der Insel war bereits am Samstagvormittag am Strand El Médano ein Mann tot aus dem Meer geborgen worden. Strandbesucher und Rettungskräfte versuchten, ihn wiederzubeleben, doch alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Inwieweit der starke Wellengang für dieses Unglück verantwortlich war, blieb zunächst unklar.

Warnungen der Behörden wurden überhört

Vieles deutet aber darauf hin, dass in allen Fällen ein erhebliches Maß an Unvorsichtigkeit seitens der Betroffenen vorlag. Die Behörden teilten mit, dass etwa in Anaga die sechs Touristen aus Frankreich - nach Medienberichten drei Paare - eine dort angebrachte Sicherheitsabsperrung missachtet haben.

Die Behörden hatten frühzeitig gewarnt: «Äußerste Vorsicht an der Küste: Stell dich nicht an das Ende von Molen oder Wellenbrechern und geh kein Risiko ein, um Fotos oder Videos in der Nähe brechender Wellen zu machen.»

Riesenwellen durch Stürme im Atlantik

Teneriffa gehört zur spanischen Inselgruppe der Kanaren, die vor der Westküste Nordafrikas im offenen Atlantik liegt. Besonders im Herbst und Winter werden vor allem die West- und Nordküsten der Inseln oft von sehr großen Wellen getroffen, die durch Stürme weit draußen im Atlantik entstehen.

Diese großen und sehr energiereichen Wellen brechen in dem tiefen Meer rund um die Inseln erst ganz kurz vor der Küste und treffen fast ungebremst auf Land. Die Folgen können für Menschen, die sich gerade auf Uferpromenaden oder einer Hafenmole aufhalten, verheerend sein.

Der staatliche Wetterdienst Aemet veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor solchen Wellen - Oleaje auf Spanisch. Sie können aber auch als starke Dünung sehr plötzlich ohne Vorwarnung auftreten.


Bildnachweis: © 112 Canarias/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Jetzt das nachhaltige Projekt des Gymnasiums Ergolding noch bis 22.08. ersteigern!
Landkreis

Ein Upcycling-Projekt verbindet Handwerk, Berufsorientierung und soziales Engagement!

weiterlesen...
Alle Event-Highlights im September auf einen Blick!
Veranstaltung

Von Konzerten und Partys über Kunst und Kultur bis hin zu Familienevents und großen Highlights: Entdecke die wichtigsten Veranstaltungen in Landshut!

weiterlesen...
Flicksanierung am Kreisverkehr der B299 bei Vilsbiburg
Verkehr

Vilsbiburg - pm (19.08.2026) Der Kreisverkehr an der B 299 bei Vilsbiburg wird aufgrund von dringend notwendigen...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Flucht mi 170 km/h eines 17-jährigen nach Pkw-Diebstahl, Tankbetrug, Widerstand gegen Polizei – 1. Nachmeldung
Polizei / Gericht

Passau - pol (13.09.2026)  Die Ermittlungen gegen den 17-Jährigen der gestern (Samstag, 12.09.) mit einem...

weiterlesen...
Neu: "Café Seelenanker" - unterwegs auf den Friedhöfen
Soziales

Landshut - pm (13.09.2026)  Das Cafe Seelenanker bringt Menschen zusammen. Heute, Sonntag (13.9.) war das Cafe von...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Jugendlicher flieht in gestohlenem Auto – Polizei schießt
Aus aller Welt

Ein 17-Jähriger rast in einem gestohlenen Auto davon und durchbricht eine Straßensperre. Dabei soll er auf einen Polizisten zugefahren sein. Nun sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft.

weiterlesen...
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
Aus aller Welt

In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...