Im Rathaus einer tschechischen Kleinstadt nahe der Grenze zu Sachsen sind tödliche Schüsse gefallen. Ein Mann sei durch Waffengewalt getötet worden, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Es handele sich um einen Angestellten der Stadtverwaltung. Auch der mutmaßliche Schütze sei tot. Er habe sich höchstwahrscheinlich selbst umgebracht, nachdem die eintreffenden Polizisten das Feuer erwidert hätten. Sechs weitere Personen seien teils lebensgefährlich verletzt worden, darunter drei Polizisten, hieß es. Als mögliches Motiv des Täters nannte ein Ermittler zwischenmenschliche Probleme. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen oder terroristischen Hintergrund. Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Er dankte den Beamten, die mit ihrem Einsatz noch weitere schreckliche Folgen verhindert hätten. Zu dem tödlichen Vorfall kam es in der Kleinstadt Chribska (Kreibitz) im sogenannten Schluckenauer Zipfel, einer tschechischen Landzunge, die nach Deutschland hineinreicht. Chribska hat rund 1.300 Einwohner und liegt knapp 25 Kilometer östlich von Bad Schandau am Rande des Nationalparks Böhmische Schweiz. Der Schütze soll der Polizei zufolge mindestens zwei Schusswaffen illegal besessen haben. In der Vergangenheit sei gegen ihn strafrechtlich ermittelt worden, aber nicht wegen Gewaltverbrechen. Die Polizei war am Montagvormittag mit allen verfügbaren Kräften am historischen Rathaus im Einsatz. In der ganzen Stadt wurde Sirenenalarm ausgelöst, wie die Nachrichtenagentur CTK berichtete. Ein Polizei- und ein Rettungshubschrauber waren vor Ort. Es drohe keine weitere Gefahr, hieß es nach einiger Zeit. Das Betreten des Gebäudes sei wieder sicher. Für besorgte Angehörige wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet. «Das ist ein tragisches Ereignis, das uns alle betroffen macht», sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babis nach einer Kabinettssitzung in Prag. Er drückte den Angehörigen des Getöteten und den Opfern der Gewalt sein Mitgefühl aus. Präsident Petr Pavel sagte dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT am Rande eines Besuchs in Rom, es sei schwer, solche Taten vorherzusehen und zu verhindern. Er rief alle Bürger dazu auf, aufmerksam zu sein, wenn sich Menschen in ihrer Umgebung anders verhalten sollten als üblich.Ort liegt nahe der deutschen Grenze
Polizei mit Großaufgebot im Einsatz
Regierungschef und Präsident äußern sich
Bildnachweis: © Hájek Ondøej/CTK/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Zwei Tote nach Schüssen in Rathaus in Tschechien
Drama im historischen Rathaus: Sirenen, Hubschrauber und ein Großeinsatz der Polizei erschüttern Chribska. Die tschechische Kleinstadt liegt nahe der Grenze zu Sachsen.
Meistgelesene Artikel
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 22. Juli 2026
Kinoptikum zeigt Open air Kino an der Rochuskapelle
Einlass ist ab 20 Uhr, die Platzwahl ist frei. Der Filmstart erfolgt bei ausreichender Dunkelheit gegen 21 Uhr; bei...
- 31. Juli 2026
Event Highlights im August
Der August 2026 wird in Landshut besonders abwechslungsreich: Freue dich auf die SummerStage mit Top-Acts, die 687. Bartlmädult & vieles mehr!
Neueste Artikel
- 19. August 2026
50 Cent für Klogang - 27-Jährige verklagt Stadt Wien
Sie muss die Klo-Kabine bezahlen, ihr Begleiter darf gratis das Pissoir benutzen. Das empfindet eine Frau aus Wien ungerecht. Sie verklagt die Stadt - und hofft auf ein Antidiskriminierungssignal.
- 19. August 2026
Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn
Graffitis an Bahnhofswänden, Kabeldiebstahl, zerkratzte Scheiben in Zügen - die Deutsche Bahn ist ständig mit Vandalismus konfrontiert. Die Höhe des Schadens ist beträchtlich.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 19. August 2026
50 Cent für Klogang - 27-Jährige verklagt Stadt Wien
Sie muss die Klo-Kabine bezahlen, ihr Begleiter darf gratis das Pissoir benutzen. Das empfindet eine Frau aus Wien ungerecht. Sie verklagt die Stadt - und hofft auf ein Antidiskriminierungssignal.
- 19. August 2026
Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn
Graffitis an Bahnhofswänden, Kabeldiebstahl, zerkratzte Scheiben in Zügen - die Deutsche Bahn ist ständig mit Vandalismus konfrontiert. Die Höhe des Schadens ist beträchtlich.

