15. Februar 2026 / Aus aller Welt

Schweitzer will einheitliches Deutschlandticket mit Passfoto

Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter sucht die Politik nach Lösungen, um die Sicherheit zu erhöhen. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz macht einen konkreten Vorschlag.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer will ein einheitliches Deutschlandticket mit Passfoto. (Archivbild)
Veröffentlicht am 15. Februar 2026 um 20:45 Uhr

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat in der Debatte um mehr Sicherheit fürs Zugpersonal ein optisch einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild gefordert. Die Kollegen des in Rheinland-Pfalz zu Tode geprügelten Zugbegleiters hätten ihm im persönlichen Gespräch gesagt, es würde ihre Arbeit erleichtern, wenn sie nicht mehr die Pässe der Fahrgäste zusätzlich zum Ticket kontrollieren müssten, sagte Schweitzer in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin».

«Darum fordere ich auch ein einheitliches Deutschlandticket. Wir haben ganz viele Deutschlandtickets, die unterschiedlich aussehen, und ganz oft müssen die Zugbegleiter dann nach dem Personalausweis oder dem Reisepass fragen», so Schweitzer. Die Umsetzung «kostet nicht viel Geld, das können wir ganz schnell machen».

Auch mehr Personalpräsenz durch Doppelbesetzungen von Zügen und die Einführung von Bodycams seien dringend notwendig, aber es brauche noch mehr Vorschläge. Es sei sehr wichtig, jetzt schnell zu handeln. «Deshalb habe ich angeboten, dass wir schon am 5. März auf der Ministerpräsidentenkonferenz - die ich ja leite - dieses Thema Zugsicherheit auch auf die Tagesordnung zu setzen. Das wird auch sicherlich die Debatte noch mal weiter nach vorne bringen.»

Auch der Verkehrsminister ist für weniger Ausweiskontrollen

Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erwägt, weniger Ausweiskontrollen in Zügen durchführen zu lassen. «Wir haben festgestellt, dass die Identitätskontrollen Auslöser für erhebliche Grundaggressivität sind», sagte Schnieder dem «Handelsblatt».

«Man könnte die Gewalt um etwa 18 Prozent senken, wenn man auf solche Kontrollen verzichtet», so Schnieder. Denkbar wären bloße Stichprobenkontrollen wie in U- und S-Bahnen, die von größeren Mitarbeiterteams durchgeführt würden. «Oder Sie kontrollieren bereits am Bahnsteig, wie es andere Länder machen», sagte Schnieder.


Bildnachweis: © Arne Dedert/dpa
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