14. März 2026 / Aus aller Welt

Schwesig: Schneller eine Entscheidung zu Social-Media-Verbot

In Deutschland wird seit den vergangenen Monaten kontrovers über ein mögliches Social-Media-Verbot für Minderjährige diskutiert. Manuela Schwesig dauert das zu lange.

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14. (Archivbild)
Veröffentlicht am 14. März 2026 um 10:39 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig pocht in der Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche auf eine schnelle Entscheidung der Bundesregierung - möglichst noch vor dem Sommer. «Ich verstehe nicht, warum man die Kommission bis zum Sommer beraten lassen und erst dann aktiv werden will», sagte die SPD-Politikerin der «Rheinischen Post» (Samstag). «Ich würde mir wünschen, dass wir schneller zu Entscheidungen kommen.»

Die Debatte über Verbote und Beschränkungen läuft auch in Deutschland, seit Australien im Dezember als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission mit 18 Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis soll bis zum Sommer Empfehlungen für besseren Kinder- und Jugendschutz im Netz vorlegen. Teile der Ergebnisse will das Gremium nun früher veröffentlichen.

Wie sich die Parteien positionieren 

CDU und SPD haben sich bereits für feste Altersgrenzen ausgesprochen, die CSU sieht das kritisch. Die SPD schlug ein nach Altersgrenzen abgestuftes Modell vor, das ein vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren beinhaltet.

Schwesig macht nun Druck: «Wir können nicht länger auf eine Regulierung der Plattformen und ein Social-Media-Verbot warten.» Es seien doch längst Studien, Erkenntnisse und Erfahrungen bekannt. Es müssten zudem Gesundheitsexperten zu Worten kommen, forderte sie. «Die Bundesregierung muss dringend handeln.»

Ähnlich äußerte sich Bundesjustizministerin Stefanie Hubig – ebenfalls SPD – in der «Rheinischen Post»: «Spätestens im Sommer, wenn die Ergebnisse der Kommission vorliegen, sollten wir ins Handeln kommen. Jedes weitere Jahr ohne konkrete Schutzvorgaben kann schlimme Folgen haben für die Kinder und Jugendlichen, die jetzt gerade heranwachsen.»

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte sich erst in dieser Woche für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen. Er sagte der «Zeit»: «Wir müssen einfach sehen: Die Regellosigkeit führt zu Gefährdungen für das soziale Miteinander und auch – davon bin ich überzeugt – zu Gefährdungen der Demokratie.»


Bildnachweis: © Elisa Schu/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kinoptikum zeigt Open air Kino an der Rochuskapelle
Kino

Einlass ist ab 20 Uhr, die Platzwahl ist frei. Der Filmstart erfolgt bei ausreichender Dunkelheit gegen 21 Uhr; bei...

weiterlesen...
Event Highlights im August
Veranstaltung

Der August 2026 wird in Landshut besonders abwechslungsreich: Freue dich auf die SummerStage mit Top-Acts, die 687. Bartlmädult & vieles mehr!

weiterlesen...

Neueste Artikel

Einbruch von zwei Maskierten in Gaststätte - Zeugenaufruf
Polizei / Gericht

Moosburg - pol (17.08.2026)  In den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags, 15.08., drangen bislang...

weiterlesen...
Zwei Brände in der Nähe eines Waldes - Zeugenaufruf
Uncategorised

Langquaid-Kelheim - pol (17.08.2026) Am 16. August gegen 22 Uhr stellte ein Passant südlich des Parkplatzes am...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Arday: Cambridge-Kanzler prangert «rassistische Hetzjagd» an
Aus aller Welt

Der Fall Arday bewegt Großbritannien weiter. Nach dem Tod des früheren Star-Professors erhebt der Kanzler der Uni Cambridge schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit dem 41-Jährigen.

weiterlesen...
Makabrer Fund: Urne aus Deutschland an italienischem Strand
Aus aller Welt

Eine Frau macht einen Spaziergang am Meer - und eine unangenehme Entdeckung: Im Sand liegt eine Urne mit der Asche eines Menschen. Noch weiß niemand, wie sie dorthin kommen konnte.

weiterlesen...