7. August 2026 / Aus aller Welt

Ständig Brandalarm bei Kapellbrücke in Luzern - Spinnen?

Seit Ende Mai schlägt der Brandalarm an der Luzerner Kapellbrücke immer wieder fehl an. Was steckt dahinter – und warum rücken die Feuerwehrleute so oft umsonst aus?

Ein Restaurant an der Reuss in Luzern, die Kapellbrücke ist im Hintergrund zu sehen.(Archivbild)
Veröffentlicht am 7. August 2026 um 09:26 Uhr

Ständig lösen Brandmelder an der weltberühmten Kapellbrücke in Luzern in der Schweiz Alarm aus. Aber immer, wenn die Feuerwehr ausrückt, stellt sich das als Fehlalarm heraus. Jetzt hat sie einen Verdacht, was dahinterstecken könnte: Spinnen. 

Sie hat die Brückenkreuzspinne (Larinioides sclopetarius) - auch Brückenspinne genannt - im Verdacht, die sich mit Vorliebe auf Bauwerken an Gewässern aufhält. Offenbar krabbeln die Tiere in die Brandmelder und lösen dort den Alarm aus. 

«Die ersten Analysen bestätigen den Verdacht, dass Spinnen das verursachende Element sind», sagte Guido Hürlimann, bei der Stadt für die Pflege von Bauten zuständig, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zuerst hatte die «Luzerner Zeitung» über die mysteriösen Vorgänge berichtet.

Erinnerungen an Horrornacht 1993

Brandalarm gab es seit Ende Mai bereits 19 Mal, wie die Einsatzliste der Feuerwehr zeigt, zuletzt am 1. und am 2. August. Jedes Mal ist der Einsatz an dem 660 Jahre alten Wahrzeichen der Stadt mit dem Vermerk «Täuschung» gekennzeichnet. 

Die Spinnen mit rund einem Zentimeter Körperlänge sind eigentlich harmlos. Sie spinnen in der Nähe von Lichtquellen große Radnetze, um Insekten als Beute zu fangen. Warum sie in die Brandmelder kriechen, ist bislang nicht ganz klar. Sie sind von Frühjahr bis Herbst aktiv.

Bei Brandmeldungen an der hölzernen, überdachten Brücke werden jedes Mal Erinnerungen an eine Horrornacht vor 33 Jahren wach. 1993 brach dort ein Brand aus, der Zweidrittel des Oberbaus zerstörte. Die Stadt glaubt, dass damals eine achtlos weggeworfene Zigarette Auslöser war.


Bildnachweis: © Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa
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