Ermittler haben einen groß angelegten illegalen Export von Textilabfällen von Italien in die Türkei aufgedeckt. Nach Angaben des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (Olaf) mit Sitz in Brüssel wurden mehrere tausend Tonnen Textilmüll sichergestellt. In Italien beschlagnahmten die Behörden zudem Vermögenswerte in Höhe von rund zwölf Millionen Euro. Bei den Abfällen handelt es sich nach Angaben der EU-Behörde um schwer recycelbare Textilien mit hohem Anteil an Acrylfasern, die nicht biologisch abbaubar sind und bis zu 200 Jahre in der Umwelt verbleiben können. Um teure Recycling- und Umweltauflagen zu umgehen, sollen die Lieferungen fälschlicherweise als wiederverwertbares Material deklariert worden sein. Die Lieferungen in die Türkei sollen Teil eines deutlich größeren Systems gewesen sein. Nach Angaben der italienischen Carabinieri steht dahinter ein mutmaßliches Netzwerk, das insgesamt mehr als 26.000 Tonnen Textilabfälle illegal entsorgt und gelagert haben soll. Gegen 20 Personen wird ermittelt. Gemeinsam mit italienischen Carabinieri und türkischen Behörden identifizierte die Olaf-Behörde verdächtige Transporte anhand von Handels- und Zolldaten. In der Türkei wurden daraufhin mehrere Lieferungen kontrolliert. Nach Angaben der Behörde wurden dabei rund 4.200 Tonnen Textilabfälle sichergestellt. Der Fall betrifft einen Bereich, der in der EU zunehmend im Fokus steht. Nach Angaben der EU-Behörde fallen Millionen Tonnen Textilabfälle an, von denen aber nur ein Teil recycelt wird. Seit Ende 2025 gelten strengere Regeln für die Behandlung und den Export von Textilien. Damit soll verhindert werden, dass Abfall als wiederverwertbare Ware deklariert und ins Ausland geschafft wird.
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Tausende Tonnen Textilmüll illegal in Türkei gebracht
Ein mutmaßliches Netzwerk in Italien soll mehr als 26.000 Tonnen Textilmüll illegal verschoben haben - auch in die Türkei. Eine EU-Behörde wird aufmerksam. Das Netzwerk fliegt auf.
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